Bis mein Handy schweigt
Ein Alltag voller kleiner Erwartungen, in dem jedes Aufleuchten des Displays für einen Moment ihre Rückkehr verspricht.
Lyrics
Intro
Manchmal vibriert mein Handy gar nicht.
Ich spür es trotzdem.
Greif in die Tasche.
Und für eine Sekunde bist du wieder möglich.
Verse 1
Ich wach auf, seh auf die leere Seite neben mir und noch bevor ich richtig denken kann, bist du schon wieder hier.
Nicht wirklich.
Nur dein Name in meinem Kopf, noch vor Kaffee, noch vor Nachrichten, noch vor allem, was der Tag von mir will.
Ich weiß, ich sollte nicht nachsehen.
Mach es trotzdem.
Dein Profil. Ein neues Bild.
Du irgendwo draußen, lächelst in eine Kamera, als wäre die Welt einfach weitergelaufen.
Ich zoome kurz rein.
Keine Ahnung, wonach ich suche.
Vielleicht danach, ob man einem Gesicht ansehen kann, dass ihm jemand fehlt.
Pre-Chorus
Es sind nicht die großen Erinnerungen.
Es sind diese zwei Sekunden, bevor mein Kopf versteht:
Du bist es nicht.
Chorus
Bis mein Handy schweigt, und ich nicht mehr auf deinen Namen wart. Bis es vibriert und mein Herz nicht sofort schneller schlägt.
Bis ich etwas Schönes erlebe und nicht mehr denke: Das muss ich dir erzählen.
Bis etwas weh tut und meine Hand nicht mehr automatisch nach dir greift.
Vielleicht bin ich irgendwann so weit.
Doch heute leuchtet mein Display auf—
und für einen Augenblick hoff ich immer noch:
Du.
Verse 2
Deine letzte Nachricht kenn ich inzwischen fast auswendig.
Ich hab sie oft genug gelesen, um jeden Punkt zu kennen, jede Pause, jedes Wort, das nichts anderes wird, nur weil ich es nachts noch einmal lese.
Manchmal bilde ich mir ein, zwischen zwei Sätzen wäre noch etwas.
Ein „Warte“.
Ein „Vielleicht“.
Irgendetwas, das ich damals übersehen haben könnte.
Aber da steht nur, was da steht.
Und jedes Mal, wenn ich unten ankomme, bist du wieder weg.
Später mach ich Kaffee und greif nach zwei Tassen.
Nicht jeden Morgen.
Nur oft genug, dass es jedes Mal kurz wehtut.
Pre-Chorus
Es ist nicht dein Platz im Bett. Nicht irgendein altes Foto.
Es ist mein ganzer Alltag, der noch nicht versteht:
Du kommst nicht mehr.
Chorus
Bis mein Handy schweigt, und ich nicht mehr auf deinen Namen wart. Bis es vibriert und mein Herz nicht sofort schneller schlägt.
Bis ich etwas Schönes erlebe und nicht mehr denke: Das muss ich dir erzählen.
Bis etwas weh tut und meine Hand nicht mehr automatisch nach dir greift.
Vielleicht bin ich irgendwann so weit.
Doch heute leuchtet mein Display auf—
und für einen Augenblick hoff ich immer noch:
Du.
Verse 3
Ich fahr noch manchmal dieselbe Straße, obwohl ich dort gar nicht hinmuss.
An dem Café vorbei, in dem du immer das Gleiche bestellt hast.
Gestern lief dein Lied im Auto.
Ich hab es nach drei Sekunden ausgemacht.
Zu spät.
Drei Sekunden reichen schon, um wieder dort zu stehen, wo man längst nicht mehr hingehört.
Zu Hause steht deine Tasse noch hinten im Schrank.
Ich benutze sie nicht.
Ich werf sie auch nicht weg.
Vielleicht ist Trauer manchmal genau so unspektakulär:
Ein Gegenstand, den keiner mehr braucht,
und den trotzdem niemand anfassen darf.
Bridge
Vielleicht kommt dieser Morgen wirklich.
Ich wach auf und denke zuerst an irgendwas anderes.
Wetter. Arbeit. Kaffee.
Vielleicht passiert etwas Gutes und ich erzähl es jemandem, ohne vorher deinen Namen in meinem Kopf zu hören.
Vielleicht vibriert mein Handy und ich seh einfach nach.
Ohne Hoffnung.
Ohne Angst.
Nur eine Nachricht.
Von irgendwem.
Und vielleicht merke ich dann erst:
Du bist nicht verschwunden.
Du bist nur nicht mehr überall.
Final Chorus
Bis mein Handy schweigt, und ich nicht mehr auf deinen Namen wart. Bis es vibriert und mein Herz einfach weiterschlägt.
Bis ich etwas Schönes erlebe und nicht mehr denke: Das muss ich dir erzählen.
Bis etwas weh tut und ich nicht mehr glaube, nur du könntest es verstehen.
Vielleicht kommt dieser Tag.
Vielleicht nicht heute.
Doch irgendwann leuchtet mein Display auf—
und ich seh hin,
ohne zu hoffen:
Du.
Outro
Heute noch nicht.
Heute greif ich manchmal zu schnell nach dem Handy.
Heute bist du noch mein erster Gedanke am Morgen
und viel zu oft der letzte in der Nacht.
Aber vielleicht beginnt Loslassen nicht damit, dass man jemanden nicht mehr liebt.
Vielleicht beginnt es dort,
wo das Handy vibriert—
und man nicht mehr hofft, dass du es bist.
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